Die astronomischen Chancen für eine sternenklare Nacht: wie einzigartig ist unser Platz im Universum? *abweichender Termin*

Faszination Astronomie

  • Datum: 11.06.2026
  • Uhrzeit: 19:00
  • Vortragender: Prof. Dr. Ralf Klessen (ITA)
  • Ort: Haus der Astronomie
  • Raum: Klaus-Tschira-Auditorium
  • Gastgeber: Haus der Astronomie
  • Kontakt: sekretariat@hda-hd.de
  • Rubrik: Gesprächs- und Diskussionsformate, Vorträge
Foto: Ansicht der dreidimensionalen Verteilung von Gas und Staub in der Umgebung der Sonne bis zu einer Entfernung von 4000 Lichtjahren, abgeleitet aus Sternextinktionsmessungen (grau). Die Wände der Lokalen Blase sind violett dargestellt, sichtbare Sterne grün und besonders helle Sterne gelb und blau.

Der sternenreiche Nachthimmel, der Vincent van Gogh zu seiner „Sternennacht“ inspirierte, hat Navigation, Kunst und Wissenschaft über Jahrhunderte geprägt. Doch ist ein solcher Anblick in der Milchstraße typisch oder das Ergebnis besonders günstiger kosmischer Umstände? Mithilfe von Sternkatalogen, dreidimensionalen Rekonstruktionen des interstellaren Staubs auf Basis von Gaia Daten und hochauflösenden Simulationen untersuchen wir, wie das lokale interstellare Medium die Sichtbarkeit von Sternen beeinflusst.

Unser Sonnensystem befindet sich derzeit im Inneren eines großen Hohlraums aus dünnem, heißem Gas, der sogenannten Lokalen Blase, die vermutlich durch mehrere Supernova Explosionen in den vergangenen etwa 15 Millionen Jahren entstanden ist. Ein besseres Verständnis dieser Struktur ist wichtig, da sie sowohl unsere unmittelbare galaktische Umgebung prägt als auch extragalaktische Beobachtungen beeinflusst. In diesem Vortrag stellt Prof. Klessen die aktuellen Arbeiten an der Universität Heidelberg vor und berichtet über die Herausforderungen und Fortschritte beim Versuch, unsere kosmische Nachbarschaft besser zu verstehen.

Ralf Klessen ist Professor für Astrophysik an der Universität Heidelberg und arbeitet am Institut für Theoretische Astrophysik (ITA). Seine wissenschaftlichen Hauptinteressen richten sich auf die Identifikation und Charakterisierung der physikalischen Prozesse, die die Struktur und die dynamische Entwicklung des interstellaren Mediums bestimmen, sowie auf Sternentstehung im heutigen wie im frühen Universum.

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