Meteorströme mit Radarechos vermessen
Bachelor- oder Masterarbeit
Motivation: Sternschnuppen hinterlassen in einer Höhe von ca. 100 km in der Erdatmosphäre Ionisationsspuren, an denen Ultrakurzwellen reflektiert werden. Im Amateurfunk wird dieses sogenannte Meteorscatter genutzt, um Langstreckenverbindungen aufzubauen. Aber auch ohne eigenen aktiven Sender können durch die Beobachtungen von reflektierten Signalen, die ursprünglich von Radarsystemen ausgesandt wurden, Meteore nachgewiesen werden. Moderne Empfangstechnik macht solche Messungen mit einfachen Mitteln möglich.
Ziel der Arbeit: Meteorscatter-Signale der franzöischen GRAVES-Radaranlage sind mit einer simplen Yagi-Antenne in Kombination mit einem Empfänger für Software Defined Radio von Heidelberg aus nachweisbar. Im Rahmen dieser Arbeit soll die Empfindlichkeit eines solchen Aufbaus analysiert und das Messverfahren optimiert werden. Über den Nachweis von sporadischen Meteoren hinaus sollen zudem die Fallraten im Zeitraum eines Sternschnuppenstroms dokumentiert werden. Im Rahmen der Arbeit sollten auch die Durchführbarkeit solcher Messungen und die Behandlung funktechnischer Grundlagen im schulischen Kontext betrachtet werden.
Voraussetzungen: Dies ist eine experimentelle Arbeit für eine Person mit Spaß am Tüfteln und Ausprobieren. Die dazugehörigen Messungen können tagsüber und entweder am Haus der Astronomie oder von zuhause aus durchgeführt werden, in dem Fall ist allerdings eine freie Sicht auf den Horizont Richtung Südwest erforderlich. Als Masterarbeit sollten umfangreichere Messungen und ggf. deren Automatisierung angestrebt werden. Grundlegende Kenntnisse in Elektronik und Hochfrequenztechnik sind von Vorteil, aber nicht erforderlich und können im Rahmen der Arbeit erlangt werden.
