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    Liefke, Carolin
    Carolin Liefke
    Wissenschaftl. Mitarbeiterin, HdA
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    Merkurtransit am 9. Mai 2016

    20. April 2016

    Das Himmelsereignis des Jahres 2016: Der innerste Planet Merkur wandert als winziger schwarzer Punkt über die Sonne. Beobachten Sie gemeinsam mit uns von der Nackarwiese aus
    Verlauf des Merkurtransits mit Zeitangaben (MESZ). Die Merkurscheibe auf der Sonnenscheibe ist im richtigen Maßstab zu Darstellung der Sonne dargestellt. Bild vergrößern
    Verlauf des Merkurtransits mit Zeitangaben (MESZ). Die Merkurscheibe auf der Sonnenscheibe ist im richtigen Maßstab zu Darstellung der Sonne dargestellt. [weniger]

    Am Nachmittag des 9. Mai 2016 findet ein sogenannter Merkurtransit statt: Der innerste Planet Merkur läuft dabei von der Erde aus gesehen innerhalb von siebeneinhalb Stunden vor der Sonnenscheibe vorbei. Dabei kann man in unserem eigenen Sonnensystem genau die Konstellation beobachten, die Astronomen heutzutage sehr erfolgreich zur Entdeckung von extrasolaren Planeten nutzen. Das ungewöhnliche Himmelsschauspiel beginnt um 13:12 mit dem sogenannten 1. Kontakt, wenn der Merkur erstmalig den Sonnenrand berührt. Drei Minuten später befindet sich das Merkurscheibchen dann schon vollständig vor der Sonne. Um 20:42 endet die Passage des sonnennächsten Planeten vor der Sonne, also 12 Minuten vor Sonnenuntergang in Heidelberg. Wer freie Sicht von Süden bis zum Nordwesthorizont hat, kann daher den gesamten Transit verfolgen.

    Der Merkur erscheint allerdings nur als ein kleines, dunkles Pünktchen vor der etwa 150 mal größeren Sonne. Eine Beobachtung ist daher ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Teleskop oder Fernglas nicht möglich. Bitte beachten Sie, dass dabei aber genau wie bei einer Sonnenfinsternis unbedingt geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Es gibt spezielle Filter, die vor Teleskop und Fernglas angebracht werden müssen, auf keinen Fall darf dabei nur mit einer Sonnenfinsternisbrille am Okular beobachtet werden. Möglich ist dagegen auch die Projektion des Sonnenbildes auf eine helle Fläche.

    Von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr werden Mitarbeiter des Hauses der Astronomie und des Max-Planck-Instituts für Astronomie bei gutem Wetter mit Teleskopen unmittelbar an der Theodor-Heuss-Brücke sein, so dass Sie dieses Ereignis auch unter fachkundiger Anleitung direkt von der Neckarwiese aus verfolgen können.

    Ein Merkurtransit ist ein vergleichsweise seltenes Ereignis. Zwar holt der schnellere Merkur die Erde etwa alle 116 Tage auf ihrer Umlaufbahn ein, damit der Merkur dann aber nicht ober- oder unterhalb der Sonne vorbeiläuft, müssen Merkur, Erde und Sonne exakt auf einer Linie liegen. Da die Merkurbahn um etwa 7°gegen die Erdumlaufbahn geneigt ist, ist das nur möglich, wenn sich beide Planeten in der Nähe der Schnittgeraden der beiden Bahnebenen befinden. Der letzte Merkurtransit fand am 8. November 2006 statt, der nächste wird dann am 11. November 2019 zu sehen sein.

    Erläuterung wie und wann es zu einem Merkurtransit kommt. Dargestellt sind in der Illustration die Bahnebenen mit den Knoten sowie zwei Positionen von Merkur und Erde, die mit Sichtlinien verbunden sind. Bei der Konstellation am Bahnknoten kommt es zu einem Transit, an der anderen Position verfehlt die Sichtlinie die Sonne. Bild vergrößern
    Erläuterung wie und wann es zu einem Merkurtransit kommt. Dargestellt sind in der Illustration die Bahnebenen mit den Knoten sowie zwei Positionen von Merkur und Erde, die mit Sichtlinien verbunden sind. Bei der Konstellation am Bahnknoten kommt es zu einem Transit, an der anderen Position verfehlt die Sichtlinie die Sonne. [weniger]

     
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