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    Sonnenfinsternis am 20.3. sicher beobachten

    19. März 2015

    Abbildung 1: Mit einer Lochkamera lässt sich die partielle Bedeckung der Sonne sicher beobachten. Bild vergrößern
    Abbildung 1: Mit einer Lochkamera lässt sich die partielle Bedeckung der Sonne sicher beobachten.

    Eine Sonnenfinsternis ist ein gewaltiges Naturereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Leider sind viele Menschen verunsichert, ob und wie sie das Ereignis live und gefahrlos miterleben können. Vor allem Schulen und Kindergärten lassen ihre Kinder lieber hinter verschlossenen Türen. Das ist nicht nötig! Hier einige Tipps, wie Sie die Sonnenfinsternis unbeschadet beobachten können:

    1. Niemals ohne Sonnenschutz!

    Schauen Sie niemals ohne Sonnenschutz direkt in die Sonne! Die Sonne ist so hell, dass die Netzhaut irreparabel geschädigt werden kann. Eine einfache Abdunkelung in Form von einer Sonnenbrille, Rettungsfolie, Chipstütenfolie usw. ist zum Schutz aber nicht ausreichend, da nicht nur die Helligkeit der Sonne ein Problem ist, sondern auch die Wärme- und UV-Strahlung, die von diesen Medien NICHT abgehalten wird. Das gilt auch für sämtliche optische Geräte wie z. B. Ferngläser, Fotoapparate, Filmkameras etc. Diese verstärken die Intensität der Strahlen sogar. Dies kann zur sofortigen Erblindung führen.

    2. Finsternisbrillen

    Am besten beobachtet man eine Sonnenfinsternis mit einer Sonnenfinsternisbrille. Diese ist mit einer speziellen Folie ausgestattet, die nur etwa 1/100 000 der Sonnenstrahlung durchlässt. Auch die Folie allein – aufgeklebt auf ein Loch in einer Pappe – hat den gleichen Effekt. Die Folien/Brillen gibt es im Internet oder beim Optiker. Da die Sonnenfinsternis über mehrere Stunden geht, reicht eine Brille für viele Personen aus! Vorsicht: Mit einer Sonnenfinsternisbrille nicht durch ein normales Fernglas oder Fernrohr blicken!

    3. Projektion

    Eine weitere ungefährliche Methode ist die Projektion. Dabei wird das Sonnenlicht durch ein Fernglas (ein Rohr bitte beidseitig abkleben) geleitet und auf eine Projektionsscheibe (z. B. ein Stück Pappe) projiziert. Der Vorteil ist, dass viele Personen gleichzeitig das Sonnenbild sehen können, ohne direkt durch das Fernglas zu gucken. Der Nachteil ist jedoch, dass durch die Hitze das Fernglas eventuell geschädigt werden könnte und dass sichergestellt werden muss, dass KEINER durch das Fernglas blickt. 

    Abbildung 2: Das Loch kann man mit einer Reißzwecke oder Nähnadel stechen. Es sollte 1-2 mm groß sein; größere Löcher erzeugen ein etwas helleres aber unschärferes Bild. Bild vergrößern
    Abbildung 2: Das Loch kann man mit einer Reißzwecke oder Nähnadel stechen. Es sollte 1-2 mm groß sein; größere Löcher erzeugen ein etwas helleres aber unschärferes Bild.

    4. Lochkamera

    Ein sehr sicheres, preiswertes und außerdem schnell herzustellendes Beobachtungsgerät ist eine Lochkamera! Unsere Lochkameraanleitung finden Sie hier:


    Sonnenfinsternis sicher beobachten: Lochkamera (PDF, 700 kB)

    Man braucht: einen langen Karton, am besten einen Meter oder länger, ein kleinerer (z.B. Schuhkarton) geht aber auch. Auf einer Seite des Kartons schneidet man die Wand heraus und klebt stattdessen mattes, halbtransparentes Material darauf: Butterbrotpapier, Durchpauspapier oder matte Plastikfolie, aus der Dokumentenhüllen oft gemacht sind. In die gegenüberliegende Kartonseite sticht man mit einer Nadel ein kleines Loch, am besten einen Millimeter oder weniger, auf jeden Fall weniger als zwei Millimeter. Fertig ist die Kamera, die Bauzeit beträgt etwa zwei Minuten. Man hält diesen Kasten dann mit dem kleinen Loch in Richtung Sonne. Auf dem matten Schirm sieht man dann das Sonnenbild.

    Abbildung 3: Vom anderen Ende, dem Loch gegenüber, kann die Sonnenscheibe dann auf einem (matten) Projektionsschirm beobachtet werden. Bild vergrößern
    Abbildung 3: Vom anderen Ende, dem Loch gegenüber, kann die Sonnenscheibe dann auf einem (matten) Projektionsschirm beobachtet werden.

    Am besten hängt man noch ein dunkles Tuch über Kamera und Beobachter, das erleichtert das Beobachten und schützt vor versehentlichem Blick in die Sonne. Je kleiner das Loch, desto schärfer das Bild. Je länger der Karton, desto größer das Bild: ein 1 Meter langer Karton gibt etwa ein Sonnenbild von 1 cm Durchmesser, ein 1,50 Meter langer ein 1,5 cm Bild, usw. Man kann auch eine lange Papp- oder Plastikröhre (z.B. aus dem Baumarkt) benutzen - dazu einfach das matte Material auf die eine Öffnung kleben, und die andere Öffnung mit einem lichtdichten Deckel verschließen, in den man dann das kleine Eintrittsloch sticht.

    Da die Mattscheibe wie ein Bildschirm wirkt, können auch hier mehrere Personen gleichzeitig beobachten. 5. Haben Sie einen Raum mit einem Fenster Richtung Süden, der sich ansonsten ganz abdunkeln lässt, so können Sie eine große Lochkamera bauen: das Fenster mit schwarzer Pappe verdunkeln und auch hier nur ein winziges Loch in die Pappe stechen. Ein Stück Pappe hinter das Loch gehalten fängt auch hier das Sonnenlicht ein und macht es für alle im Raum sichtbar. Ein Vorteil hier: je weiter Sie sich mit der Pappe von dem Loch entfernen, desto größer wird das Sonnenbild.

    Abbildung 4: Auf der Projektionsfläche (Butterbrot- oder Seidenpapier - keine klare Folie, nur durchscheinend!) ist dann ein Sonnenscheibchen zu sehen. Bild vergrößern
    Abbildung 4: Auf der Projektionsfläche (Butterbrot- oder Seidenpapier - keine klare Folie, nur durchscheinend!) ist dann ein Sonnenscheibchen zu sehen.
    Abbildung 5: Eine kleine Version der Kamera lässt sich bereits aus einem Schuhkarton bauen. Bild vergrößern
    Abbildung 5: Eine kleine Version der Kamera lässt sich bereits aus einem Schuhkarton bauen.
    Abbildung 6: Eine kürzere Lochkamera erzeugt ein etwas helleres, aber kleineres Bild. Bild vergrößern
    Abbildung 6: Eine kürzere Lochkamera erzeugt ein etwas helleres, aber kleineres Bild.

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