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Liefke, Carolin
Carolin Liefke
Wissenschaftl. Mitarbeiterin, HdA
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Asteroidensuche für Schüler

Derzeit sind knapp 750.000 Kleinkörper in unserem Sonnensystem bekannt. Die meisten davon bewegen sich auf Umlaufbahnen um die Sonne, die zwischen denen der Planeten Mars und Jupiter liegen. Solche Asteroiden lassen sich nachweisen, wenn man Zeitserien von Himmelsaufnahmen betrachtet – in der Zeit von einer bis zur nächsten Aufnahme hat sich ein Asteroid vor dem Sternhimmelhintergrund etwas weiter bewegt und machen klar erkennbare Sprünge, wenn man die Bilder zu einem digitalen Daumenkino animiert. Mehrere wissenschaftliche Programme suchen mithilfe dieser Methode insbesondere nach den deutlich selteneren "Near Earth Objects" (NEOs), deren Umlaufbahnen der der Erde nahekommen und die unserem Heimatplaneten deshalb potenziell gefährlich werden könnten.

Einige dieser Forschungsprojekte stellen ihre Beobachtungsdaten exklusiv der International Astronomical Search Collaboration (IASC) zur Verfügung, die Schülerinnen und Schülern diese Daten wiederum für die Suche nach bislang noch nicht bekannten Asteroiden zugänglich macht. Das Haus der Astronomie betreut seit 2010 Schülergruppen aus dem deutschen Sprachraum, die am Pan-STARRS-Asteroidensuchprogramm der International Astronomical Search Collaboration teilnehmen. Die folgende Animation zeigt vier Aufnahmen des Asteroiden 2011 FX116, den Schüler der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel im Rahmen dieses Projekts entdeckt haben.

Die Teilnahme erfolgt in der Regel im Rahmen einer vier- bis fünfwöchigen Beobachtungskampagne der International Astronomical Search Collaboration. Während dieser Zeit erhalten die teilnehmenden Gruppen regelmäßig neue Bilderserien, die kurz zuvor von Pan-STARRS-Teleskop PS1 auf Hawaii aufgenommen wurden und in denen sie nach bislang unbekannten Asteroiden suchen - die Schülerinnen und Schüler sind dabei die ersten Menschen, die diese Bilder zu Gesicht bekommen.

Internationale Kampagnen finden regelmäßig während des gesamten Schuljahrs statt, eine Teilnahme ist - mit etwas Vorlauf - also fast jederzeit möglich. Dedizierte Kampagnen für deutsche Schulen werden drei bis viermal pro Jahr angeboten, das nächste Mal vom 8. April bis zum 6. Mai 2018. Prinzipiell ist es ebenfalls möglich, das Projekt im Rahmen eines halbtägigen Workshops am Haus der Astronomie durchzuführen.

Die Asteroidensuche stellt eine einzigartige Möglichkeit dar, mit echten wissenschaftlichen Daten zu arbeiten und mit den Methoden der professionellen Astronomie echte Forschung zu betreiben. Außerdem lockt die Chance, sich im Universum zu verewigen: Kann die Entdeckung eines Asteroiden von anderen Beobachtern bestätigt werden und seine Umlaufbahn präzise genug berechnet werden, dass Verwechslungen mit anderen Asteroiden ausgeschlossen sind, dürfen die Schüler einen Namen für den Asteroiden vergeben, der dann auch offiziell beim Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union eingetragen wird.

Bislang haben Schülerinnen und Schüler aus Deutschland im Rahmen des Projektes über 2300 Kandidaten aufgespürt. 250 Entdeckungen konnten von anderen Beobachtern bestätigt werden. Die ersten vier dieser Asteroiden erhalten demnächst ihre Namen.

Das Projekt ist mit dem Bildungsplan 2016 Teil des Beispielcurriculums für das Fach Naturwissenschaft und Technik in Baden-Württemberg.

Sie sind Lehrer oder Betreuer einer Jugendgruppe eines Amateurvereins und möchten mehr über dieses Programm erfahren und mit Ihrer Schulklasse, Ihrem Astronomiekurs oder Ihrer Arbeitsgemeinschaft teilnehmen? Dann melden Sie sich bei Carolin Liefke, Kontaktdaten siehe rechts.

 
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