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    Pössel, Markus
    Markus Pössel
    Leiter, HdA und Leiter, MPIA-Öffentlichkeitsarbeit

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    NameExoWorlds: Abstimmung über die Namen für Exoplanet HD 32518 b und seinen Stern eröffnet

    15. Oktober 2019

    Im Jubiläumsjahr zum hundertjährigen Bestehen der Internationalen Astronomischen Union dürfen zahlreiche Länder je einem Exoplaneten und seinem Stern einen Namen geben. Auch in Deutschland haben wir vom 7. Juni bis 20. September Namensvorschläge gesucht – vorschlagsberechtigt waren Schulklasssen, Kindergartengruppen und amateurastronomische Vereinigungen. Jetzt beginnt die Abstimmungsphase über die fünf Finalisten, die noch bis zum 14. November 2019 läuft – mitmachen darf jeder Mensch, der in Deutschland lebt oder eine deutsche Schule im Ausland besucht.

    Worum geht es?

    
Künstlerische Darstellung des Jupiter-Zwillings um HIP 11915, der HD 32518b ähnlich sein könnte (Ausschnitt)
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    Künstlerische Darstellung des Jupiter-Zwillings um HIP 11915, der HD 32518b ähnlich sein könnte (Ausschnitt)

    Die deutsche Öffentlichkeit darf einem Exoplaneten und seinem Stern einen Namen geben. Bis zum 20. September haben wir Vorschläge gesammelt. Jetzt wird, und zwar noch bis zum 14. November 2019, abgestimmt! Abstimmen dürfen auf der Webseite http://www.exoplanet-benennen.de alle Menschen, die in Deutschland wohnen oder eine deutsche Schule im Ausland besuchen. Der Name, den wir mit unserer Abstimmung auswählen, wird von der Internationalen Astronomischen Union (IAU), die für die Benennung von Himmelsobjekten zuständig ist, anschließend als ein offizieller Name geführt. Planet und Stern tragen derzeit lediglich eine Katalognummer: HD 32518 ist der Stern, HD 32518b ist der Planet. Dass Exoplaneten, also Planeten, die einen anderen Stern umkreisen als die Sonne, einen echten Naen erhalten, ist äußerst selten. Bislang gab es erst eine entsprechende Aktion, im Jahre 2015. Ein Namensvorschlag aus Deutschland wurde damals nicht ausgewählt. Dieses Jahr hat Deutschland einen „eigenen“ Planeten, den wir benennen dürfen. Anlass der Aktion ist das hundertjährige Bestehen der Internationalen Astronomischen Union als weltweite Organisation der professionellen Astronomen.

    Welches sind die Namen, über die jetzt abgestimmt wird?

    Planet Reticulata umkreist Stern Peralta
    Der Stern HD 32518 befindet sich im Sternbild Giraffe. Reticulata und Peralta sind Teil der Bezeichnung von zwei Giraffenarten: Netzgiraffe (Giraffa reticulata) und Westafrikanische Giraffe (Giraffa camelopardalis peralta)
    (Vorschlag des Wahlkurses Astronomie am Paul-Klee-Gymnasium, Gersthofen)

    Planet Neri umkreist Stern Mago
    Mago ist der Name eines äthiopischen Nationalparks, der insbesondere auch dem Schutz von Giraffen dient – der Stern HD 32518 befindet sich wie gesagt im Sternbild Giraffe. Neri ist ein Fluss in eben jenem Nationalpark
    (Vorschlag des Physikkurses, Kursstufe, am Max-Born-Gymnasium, Neckargemünd)

    Planet Rosenrot umkreist Stern Schneeweißchen
    Die Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot sind die Hauptpersonen des gleichnamigen Märchens, das auch bei den Brüdern Grimm zu finden ist.
    (Vorschlag aus der Dr.Kurt-Schöllhammer-Schule [Grundschule], Simmern im Hunsrück)

    Planet Pioneer umkreist Stern Voyager
    Die Pioneer-Sonden und die Voyager-Sondern der NASA gehören zu einem der spannendsten Erkundungsprogramme für unser Sonnensystem – und Voyager 1 fliegt sogar in Richtung des Sternbilds Giraffe, wo sich Stern und Planet von uns aus befinden!
    (Vorschlag der Schüler-AG "Weltraumdetektive" am Planetarium Merseburg)

    Planet Gulliver umkreist Stern Brobdingnag
    In Jonathan Swifts Roman "Gullivers Reisen" reist Lemuel Gulliver unter anderem in das fiktive Land der Riesen, Brobdingnag – letzteres ein passender Name für einen Riesenstern wie HD 32518!
    (Vorschlag des Kindergartens im Moselviertel, Berlin)

    Woher kommen die fünf Namensvorschläge?

    Schulklassen, Kindergartengruppen und Amateurastronomische Vereinigungen waren ab dem 7. Juni 2019 aufgerufen, Namensvorschläge einzureichen. Bis zum Einsendeschluss am 20. September 2019 erreichten uns 264 Namensvorschläge. Diese Vorschläge hat sich eine Kommission, bestehend aus

    • Dr. Michaela Döllinger (Landessternwarte Tautenburg, Mit-Entdeckerin des Planeten)
    • Prof. Dr. Thomas Henning (Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg)
    • Dr. Carolin Liefke (Vereinigung der Sternfreunde e.V.)
    • Dr. Markus Pössel (National Outreach Coordinator für Deutschland der IAU)
    • Dr. Ruth Titz-Weider (DLR, Institut für Planetenforschung, Berlin)
    • Prof. Dr. Joachim Wambsganß (Präsident der Astronomischen Gesellschaft)

    näher angesehen. Eine Reihe der Vorschläge konnten wir leider von vornherein nicht weiter berücksichtigen – sie verstießen gegen die Regeln für die Namen für Planeten und Sterne, siehe http://www.nameexoworlds.iau.org/naming-rules die wir auf unserer Webseite auch in deutscher Kurzform zugänglich gemacht hatten, oder sie stammten nicht aus dem Kreis der Vorschlagsberechtigten. Die Auswahl der letzten fünf Namen, über die jetzt abgestimmt wird, ist uns nicht leicht gefallen – es waren eine ganze Reihe fantasievoller und schöner Namen dabei!

    Was ist das für ein Stern? Was ist das für ein Planet?

    HD 32518 b ist ein Exoplanet, also ein Planet, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist, nämlich den Stern HD 32518. (Die Bezeichnungen sind astronomische Katalognummern. HD steht für den US-amerikanischen Henry-Draper-Katalog aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.)

    Der Planet HD 32518 b ist ein Riesen-Jupiter mit rund der dreifachen Jupiter-Masse. Er umkreist seinen Stern alle 157,5 Tage. Der Planet wurde 2009 von Michaela Döllinger (damals bei der ESO), Artie Hatzes (Landessternwarte Tautenburg), Luca Pasquini (ESO), Eike Guenther (LST) und Michael Hartmann (LST) mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt.

    Der Stern mit der Katalognummer HD 32518 ist ein roter Riesenstern im nördlichen Sternbild Giraffe. Er hat ungefähr dieselbe Masse, aber einen zehn Mal größeren Durchmesser wie die Sonne. Das unscheinbare Sternbild Giraffe (Kamelopard) liegt in der Nähe des Polarsterns. HD 32518 ist mit dem Fernglas, für sehr geübte Beobachter unter besten Bedingungen auch mit bloßem Auge sichtbar.

    Das IAU100-Jubiläum

    In diesem Jahr feiert die Internationale Astronomische Union (IAU), die weltweite Vereinigung der professionellen Astronomen, unter dem Motto „100 Jahre unter einem Hiimmel“ ihr hundertjähriges Bestehen.

    Die IAU fördert Forschung, Bildung und Wissenschaft im Bereich der Astronomie, insbesondere durch die Ausrichtung wissenschaftlicher Konferenzen. Die IAU ist außerdem für die offizielle Namensgebung von Himmelsobjekten zuständig.

    Als eine von vielen Aktionen zum IAU100-Jubiläumsjahr dürfen IAU-Mitgliedsländer in diesem Jahr je einen Exoplaneten und den Stern benennen, den dieser Planet umkreist. Die deutsche Öffentlichkeit darf den Stern HD 32518 und seinen Planeten HD 32518b im nördlichen Sternbild Giraffe benennen.

    Partner der Aktion

    Die Exoplaneten-Benennung findet im Rahmen der weltweiten Aktion NameExoWorlds der Internationalen Astronomischen Union statt. Kooperationspartner in Deutschland sind das Haus der Astronomie, das Max-Planck-Institut für Astronomie und das Schwerpunktprogramm SPP-1992 „Exoplanet Diversity“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

     
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